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Einige Stimmen fordern Dialog zur Lösung des Konflikts zwischen Afghanistan und Pakistan
Sehr geehrte Damen und Herren,
es wird mitunter die Auffassung vertreten, dass der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan durch Dialog gelöst werden sollte. Dazu möchten wir unsere Position darlegen.
Wir fordern nicht das Recht Pakistans ein, sondern das Recht unseres eigenen Landes Afghanistan. Unser Ziel ist es, unser Volk jenseits der Durand-Linie zu schützen – einer Grenze, die zu Unrecht afghanisches Territorium und das afghanische Volk geteilt hat. Wir setzen uns dafür ein, dieses Volk von Unterdrückung, Gewalt, Folter, unrechtmäßigen Verhaftungen, dem spurlosen Verschwindenlassen sowie von jeglicher Form von Tyrannei durch die Diktatoren Pakistans zu befreien.
Darüber hinaus erheben wir den Anspruch auf die Wiedervereinigung unseres Volkes und unseres historischen Territoriums, einschließlich Belutschistan und Paschtunkhwa. Die Menschen auf beiden Seiten der Durand-Linie gehören zu einem afghanischen Volk – zu einem Land großem Afghanistan.
Im Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan trägt das afghanische Volk keine Schuld. Afghanistan hat Pakistan nicht angegriffen; vielmehr sehen wir uns Angriffen auf unser Territorium ausgesetzt. Pakistan hat über Jahrzehnte hinweg mehr als 30 Terrorgruppen ausgebildet, darunter auch den sogenannten IS-Khorasan. Diese Gruppen werden mit Unterstützung des Militärgeheimdienstes ISI in Afghanistan und anderen Ländern eingesetzt, um Unruhen zu schüren. Gleichzeitig wird Afghanistan seit mehr als 50 Jahren zu Unrecht beschuldigt und als Sündenbock dargestellt.
Das Regime der Militärdiktatoren in Pakistan stellt Bedingungen, die für Afghanistan nicht akzeptabel sind:
Erstens fordert Pakistan die Anerkennung der Durand-Linie als offizielle Grenze. Wir können und werden jedoch die durch diese Linie verursachte Teilung unseres afghanischen Volkes und unseres Territoriums niemals akzeptieren. Aus diesem Grund lehnen wir diese Forderung entschieden ab.
Zweitens fordert Pakistan, dass Afghanistan seine Beziehungen zu Indien beendet. Indien ist jedoch seit Jahrhunderten ein verlässlicher Partner und guter Freund Afghanistans und hat wiederholt humanitäre Hilfe geleistet, ohne Gegenleistungen zu verlangen. Auch diese Forderung weisen wir zurück.
Drittens wird verlangt, dass Afghanistans Außenpolitik unter pakistanischem Einfluss steht. Dies widerspricht unserer Souveränität und wird daher ebenfalls ausdrücklich abgelehnt.
Viertens fordert Pakistan die Abtretung des Wakhan-Korridors. Wir stellen unmissverständlich klar, dass wir keinen Teil unseres Territoriums abgeben werden – auch keinen Zentimeter.
Fünftens soll Afghanistan nach pakistanischer Vorstellung nur eine sehr begrenzte Armee von maximal 60.000 Soldaten unterhalten. Auch diese Forderung lehnen wir kategorisch ab.
Sechstens Pakistan will verhindern, dass Afghanistan einen Staudamm am Fluss Kunar baut. Der Kunar ist unser Fluss. Wir lassen uns nicht verbieten, in unserem eigenen Land an unserem Fluss einen Staudamm zu errichten. Diese Forderung Pakistans ist völlig inakzeptabel, und wir lehnen sie kategorisch ab.
Darüber hinaus gibt es weitere unsinnige und naive Forderungen Pakistans, die wir als nicht akzeptabel ansehen und daher insgesamt zurückweisen.
Afghanistan ist ein freies und unabhängiges Land. Wir bestehen darauf, unsere Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik eigenständig zu bestimmen. Pakistans Diktatoren hingegen versuchen, Afghanistan zu destabilisieren und unter seinen Einfluss zu bringen.
Gleichzeitig betonen wir, dass wir keinerlei Feindseligkeit gegenüber den Völkern von Sindh, Punjab oder Kaschmir empfinden. Unser Respekt gilt diesen Menschen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die tatsächliche Macht in Pakistan nicht beim Parlament, sondern bei militärischen Generälen liegt; es handelt sich daher um ein Scheinparlament. Kritiker, die ihre Stimme für die Wahrnehmung ihrer Rechte erheben – seien es Journalisten, Aktivisten, Politiker oder Intellektuelle – werden verfolgt, verschleppt, verhaftet, gefoltert, ermordet oder verschwinden spurlos und werden damit zum Schweigen gebracht.
Seit dem 21. Februar 2026 beobachten wir erneut eine Zunahme von Angriffen auf verschiedene afghanische Städte wie Khost, Kabul, Kandahar, Paktia, Paktika, Nangarhar, Kunar und Nuristan. Dabei sind zahlreiche Zivilisten getötet oder verletzt worden.
Beispielhaft nennen wir folgende Vorfälle:
Am 21. Februar 2026 führten Pakistans grausame Tyrannen eine blinde Bombardierung im Bezirk Behsud in der Provinz Nangarhar, Afghanistan, durch, bei der die Familie des 8-jährigen Kindes Noor Alam ausgelöscht wurde. Bei diesem Vorfall wurden 17 Mitglieder der Familie von Noor Alam getötet, und einige weitere Personen wurden verletzt. Ihr Haus wurde durch die Bombardierung vollständig zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Ebenso wurde ein kleines Fahrzeug, das die Familie für den Transport von Brennholz nutzte, zerstört.
Am 26. Februar 2026 wurden im Distrikt Dand-i-Pathan in der Provinz Paktia bei Angriffen aus Pakistan vier Zivilisten, darunter Kinder, getötet und 16 weitere verletzt.
Am 27. Februar 2026 wurden im Bezirk Barmal in der Provinz Paktika bei Angriffen aus Pakistan 14 Zivilisten, darunter Kinder und Frauen, getötet und 6 weitere verletzt.
Am 7. März 2026 wurde in Torkham ein Basar angegriffen; dabei wurden mehr als 150 Geschäfte einschließlich ihrer Waren zerstört und in Brand gesetzt.
Am 13. März 2026 wurden in Khost mindestens drei Kinder und eine Frau getötet sowie mehrere weitere Personen verletzt.
Am 16. März 2026 führten pakistanische Kriegsverbrecher weitere blinde Luftangriffe auf mehrere Städte Afghanistans, darunter Khost, Kunar und die Hauptstadt Kabul, durch. Dabei wurde unter anderem ein Krankenhaus in Kabul getroffen, in dem kranke Zivilisten behandelt wurden. Laut Medienberichten kamen mehr als 465 Menschen ums Leben, etwa 265 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern befanden sich auch Kinder und Frauen. Die medizinischen Einrichtungen in Kabul sind angesichts der hohen Zahl an Verletzten vollständig überlastet.
Pakistans Angriffe – wie oben nur teilweise erwähnt – finden seit dem 21. Februar 2026 täglich mehrfach in mehreren Provinzen Afghanistans statt.
Viele Menschenrechtsorganisationen, darunter UNAMA und Amnesty International, haben wiederholt berichtet, dass Pakistan bei seinen Angriffen in Afghanistan unschuldige Zivilisten, darunter auch Kinder und Frauen getötet hat. Pakistan ignoriert diese Berichte und zeigt keinerlei Interesse an deren Beachtung.
Wir kritisieren zudem, dass die internationale Gemeinschaft – einschließlich der Europäischen Union und des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag – bislang nicht auf Pakistans Verstöße gegen das Völkerrecht reagiert, sondern diese weitgehend ignoriert hat. Am 17. März 2026 haben wir eine Petition an die Vereinten Nationen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und die Europäische Union gerichtet und hoffen, dass die verantwortlichen Kriegsverbrecher Pakistans vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden.
Mit freundlichen Grüßen
